Beleihungsauslauf (LTV) berechnen: Formel & Bedeutung
Der Beleihungsauslauf (englisch Loan-to-Value, LTV) entscheidet maßgeblich über deinen Zinssatz. Je niedriger, desto günstiger die Kondition. So berechnest du ihn korrekt.
Was ist der Beleihungsauslauf?
Der Beleihungsauslauf gibt an, welcher Anteil des Objektwerts über ein Darlehen finanziert wird. Er ist die zentrale Risikokennzahl der Bank: Je mehr Fremdkapital, desto höher ihr Ausfallrisiko — und desto höher dein Zins.
Der Begriff wird oft mit der Eigenkapitalquote verwechselt, ist aber ihr Gegenstück: hoher LTV = wenig Eigenkapital.
Die Formel
Beleihungsauslauf = Darlehen ÷ Kaufpreis (bzw. Beleihungswert) × 100.
Beispiel: 240.000 € Darlehen bei 300.000 € Kaufpreis → 240.000 ÷ 300.000 = 80 % LTV.
In der Praxis rechnen Banken oft gegen ihren eigenen, meist vorsichtigeren Beleihungswert statt gegen den Kaufpreis — dann kann der LTV höher ausfallen als die reine Kaufpreis-Rechnung.
Warum der LTV deinen Zins bestimmt
Banken staffeln ihre Konditionen nach LTV-Grenzen — typischerweise bei 60 %, 80 % und 90 %. Unter 60 % gibt es die besten Zinsen, ab 90 % wird es deutlich teurer, weil das Risiko steigt.
Schon ein paar Prozentpunkte mehr Eigenkapital können dich also in eine günstigere Zinsklasse bringen — oft rechnet sich das mehr als die entgangene Rendite des eingesetzten Kapitals.
LTV, Eigenkapital und Kaufnebenkosten
Ein LTV von 80 % heißt nicht automatisch, dass du 20 % Eigenkapital brauchst. Die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) kommen obendrauf und werden in der Regel nicht mitfinanziert.
Deshalb kann der reale Eigenkapitalbedarf über der reinen LTV-Lücke liegen — und der LTV bezogen auf den Kaufpreis sogar über 100 % minus Eigenkapitalquote geraten, wenn Nebenkosten mitfinanziert werden.
Häufige Fehler
Beleihungswert und Kaufpreis gleichsetzen — die Bank rechnet oft mit einem niedrigeren Wert.
Kaufnebenkosten beim Eigenkapital vergessen und den echten LTV unterschätzen.
Den LTV als statisch betrachten: Durch Tilgung sinkt er über die Jahre, was eine spätere Nachfinanzierung günstiger macht.
Häufige Fragen
Ab welchem Beleihungsauslauf wird der Zins teurer?
Banken staffeln ihre Zinsen typischerweise bei 60 %, 80 % und 90 % LTV. Unter 60 % gibt es die besten Konditionen, ab 90 % wird die Finanzierung deutlich teurer.
Warum kann der LTV über 100 % minus Eigenkapitalquote liegen?
Weil die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) meist nicht mitfinanziert werden. Wer sie doch mitfinanziert, treibt den auf den Kaufpreis bezogenen Beleihungsauslauf über 100 % minus Eigenkapitalquote.
Sieh deinen LTV und seine Wirkung
Im Deal-Analyzer siehst du den Beleihungsauslauf sofort — und wie sich mehr oder weniger Eigenkapital auf Rate, Cashflow und Rendite auswirkt.
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