Geschlossene BetaWir sind noch im Aufbau — die Zahlungsabwicklung ist noch nicht freigeschaltet, ein Abo lässt sich daher noch nicht abschließen. Rechner und Marktplatz kannst du bereits vollständig nutzen.Newsletter: erfahre zuerst, wann wir öffnen

Ratgeber
Finanzierung6 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert am 20.07.2026

Wie viel Eigenkapital braucht man für eine Immobilie?

Wie viel Eigenkapital brauche ich? Das ist die erste Frage vor jedem Kauf. Bei der Kapitalanlage lautet die Antwort anders als beim Eigenheim — hier zählt der Hebel.

Was zählt als Eigenkapital?

Eigenkapital ist das eigene Geld, das du in den Kauf einbringst: Ersparnisse, Guthaben, Wertpapiere oder bereits abbezahltes Vermögen. Es ist der Teil des Kaufpreises, der nicht über einen Kredit finanziert wird.

Die Eigenkapitalquote ist der Anteil dieses Geldes an der Gesamtinvestition. Sie bestimmt zusammen mit dem Beleihungsauslauf deine Zinskondition.

Die Faustregel — und warum sie bei Kapitalanlagen anders ist

Für das selbst genutzte Eigenheim gilt oft: mindestens die Kaufnebenkosten plus 10–20 % des Kaufpreises aus Eigenkapital. Bei der Kapitalanlage rechnet man bewusster mit dem Hebel.

Der Grund: Je weniger Eigenkapital du bindest, desto höher deine Eigenkapitalrendite — solange die Objektrendite über dem Finanzierungszins liegt (Leverage-Effekt). Deshalb finanzieren Kapitalanleger oft bewusst mit höherem Fremdkapitalanteil.

Nebenkosten kommen immer zuerst aus Eigenkapital

Die Kaufnebenkosten — Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler — machen je nach Bundesland rund 8–12 % des Kaufpreises aus. Banken finanzieren sie in aller Regel nicht mit.

Deshalb ist dein absolutes Minimum an Eigenkapital fast immer die Höhe der Kaufnebenkosten. Wer diese nicht aus eigenen Mitteln aufbringt, bekommt in der Praxis kaum eine Finanzierung.

Voll- vs. Teilfinanzierung

Bei der 100-%-Finanzierung wird der komplette Kaufpreis finanziert, nur die Nebenkosten kommen aus Eigenkapital. Bei der 110-%-Finanzierung wird sogar ein Teil der Nebenkosten mitfinanziert — beides ist teuer im Zins und nur bei sehr guter Bonität möglich.

Mehr Eigenkapital senkt den Zins und den Cashflow-Druck, kostet aber Rendite-Hebel. Die optimale Quote ist ein Abwägen zwischen Zinsvorteil, Sicherheit und Renditehebel — genau das lässt sich durchrechnen.

Häufige Fehler

Die Kaufnebenkosten beim Eigenkapitalbedarf vergessen.

Das gesamte Eigenkapital einsetzen und keine Liquiditätsreserve behalten.

Den Renditehebel ignorieren und aus Vorsicht mehr Eigenkapital binden als nötig — oder umgekehrt zu dünn finanzieren.

Häufige Fragen

Kann ich eine Immobilie ohne Eigenkapital kaufen?

Eine echte 100-%- oder 110-%-Finanzierung ist möglich, aber teuer im Zins und nur bei sehr guter Bonität. In der Praxis brauchst du fast immer mindestens die Kaufnebenkosten als Eigenkapital, da Banken diese selten mitfinanzieren.

Warum deckt Eigenkapital zuerst die Kaufnebenkosten?

Weil Banken die Kaufnebenkosten in der Regel nicht beleihen — sie erhöhen den Wert der Immobilie nicht. Grunderwerbsteuer, Notar und Makler musst du deshalb fast immer selbst tragen.

Finde deine optimale Eigenkapitalquote

Der Deal-Analyzer koppelt Kaufnebenkosten und Eigenkapital an den Kaufpreis und zeigt sofort, wie die Quote deine Eigenkapitalrendite und deinen Cashflow verändert.

Passende Artikel

Für Investoren gebaut — nicht für Hausverwalter.

Rendite, Cashflow und Steuern statt Übergabeprotokolle: Warum Dein Immo Tresor eine Immobilien-Software für Kapitalanleger ist, zeigt der ehrliche Vergleich.

Investoren- vs. Verwalter-Software

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt weder eine Steuer-, Rechts- noch Anlageberatung dar. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir keine Haftung. Für deine konkrete Situation wende dich an einen Steuerberater oder eine fachkundige Beratung.